„Sag niemals ihh“ – Schnipo Schranke im Beatpol

Am 16. März 2017 waren Schnipo Schranke mit ihrem neuen Album „Rare“ im Beatpol. Wir waren dabei: Zwischen Indie-Pop und Liedermacher, zwischen Feministin und Punk.

Daniela Reis und Fritzi Ernst lernten sich beim Musikstudium in Frankfurt kennen, was jedoch für beide zu unkreativ und perfektionistisch war. Um diesem Perfektionismus zu entkommen, gründeten sie 2012 die Band „Schnipo Schranke“ (Schnitzel mit Pommes und Mayonnaise/Ketschup).

Ihren ersten Hit landeten die beiden dann im Internet mit dem Lied „Pisse“, welches – wie viele ihrer Lieder – von der Liebe handelt. Nicht verschnörkelt oder schnulzig, nicht mainstream oder weichgespült, sondern mit Wortwitz und Pipi-Kaka-Humor. Schnipo Schranke treten nicht mit dem Anspruch an, perfekt sein zu wollen. Und gerade das ist das Schöne. Sie singen über Fehler, über Missgeschicke und über intensiv schmeckendes Sperma. Als die Beiden kurz ein paar Worte an das Dresdner Publikum richten wollten, sagten sie, dass sie in der „Scham“-Ausstellung im Hygienemuseum waren, jedoch keine Scham empfunden hätten – und genau so sind ihre Texte.

Schnipo Schranke – Pisse (OFFIZIELLES MUSIKVIDEO) from Daniela Reis on Vimeo.

Mit zwei E-Pianos, Synthesizer und Schlagzeug basteln die Beiden einfache Melodien, die nur schwach erkennen lassen, dass die Beiden ursprünglich mit klassischer Musik ihre Brötchen verdienen wollten. Wenn man gerade nicht über einen Wortwitz lachen muss, kann man die Lieder deshalb auch nach relativ kurzer Zeit mitsingen.

Schnipo Schranke mischen die deutsche Popkultur mit ihrer lockeren Art, ihren Texten und Meoldien zweifelsohne auf – und das ist gut so.

Und so lockten sie auch in Dresden zahlreiche Gäste ins Beatpol unter die Stuckdecke des alten Ballsaals. Von der Tour schon etwas ausgelaugt waren die Musiker umso überwältigter von den Jubelstürmen, die nach jedem Lied ertönten. Sie bedankten sich immer höflich, liebevoll und fast sogar ein bisschen schüchtern bei den Zuschauern. Man merkt also: Die Themen, die besungen werden kommen an!

Der Jubel wurde dem Auditorium mit immerhin drei (!) Zugaben gedankt und selbst nach endgültigem Ende des Konzerts, schallte der Applaus noch einige Zeit nach.

Ausgelassen und fröhlich machten sich die Zuhörer dann auf dem Heimweg, was die Öffentlichen Verkehrsmittel vor eine kleine Herausforderung stellt. Denn: Wer nicht mit dem Taxi oder eigenen Auto nach Hause fährt, fährt mit dem Bus. Mit einem Bus um genau zu sein. Das heißt dann, dass der Bus der um diese Uhrzeit fährt, mindestens bis zum Postplatz fast nur mit Beatpol-Besuchern gefüllt ist. Nach einem guten Konzert ist dies definitiv ein vergnüglicher Abschluss.

Text und Fotos: Elias Amler

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