Anna Mateur and the Beuys bei den Filmnächten am Elbufer

Kurz nach halb Sechs radelt Anna Mateur schwungvoll bis zur Bühne und schleppt plappernd das Fahrrad hinter den weißen Flügel, an dem bereits ihre Begleitung, der Pianist Andreas Gundlach sitzt und spielt. Selbstbewusst, tollpatschig und doch irgendwie liebenswert findet sich die Figur des Abends erst einmal auf der Bühne zurecht und wird warm mit den Zuschauern. Dank bauchfreier Bluse und grüner Schürze gelingt der Dirndl-look und es kann beginnen. „Geheimnisvoll, aber sexy“ haucht Anna das Motto des Abends ins Mikro und beginnt sofort mit dem ersten Lied. Mit sehr viel Energie, Humor und Gelächter reißt die  gebürtige Dresdnerin die Zuschauer in ihren Bann. Von nichts lässt sie sich aus der Ruhe bringen. Das Gebimmel der Hofkirche und das regelmäßige Geräusch der vorbeifahrenden Bahnen auf der Carolabrücke wird einfach in die Performance mit eingebaut.

Späße werden auf Kosten aller gemacht: der Ordnungswahn der Deutschen, die Angst der Dresdner vor dem Fremden, Wessis, die denken Veronika Fischer mache Schlager und Blockflötenspielern. Ordnung das sei C-Dur, Heimat, Halleluja…Chaos, das sei Jazz. Dieses Wechselspiel von Chaos und Ordnung zieht sich durch den Abend, mal singen die beiden in perfekten Harmonien, dann wieder schnauft und jauchzt Anna in das Mikro, schlägt schiefe Töne an und erzeugt Dissonanzen.

Das Repertoire reicht von einem neckischen Lied über das Fremde im Erzgebirge, hin zu deutschem Hiphop samt köstlicher Tanzeinlage, weiter zu Covern von Manfred Krug und Veronika Fischer, gekrönt von dem Hits-Medley mit den Songs „Eye of the tiger“, „We are the champions“, „Simply the best“ und der Starwars-Titelmelodie.

Dass man in jedes noch so banale Lied geheime, politische Botschaften spicken kann, wird anhand des Kinderliedes „so geht es im Schnützelputzhäusel“ gezeigt, welches mutig und sehr unterhaltsam von einer Zuschauerin vorgesungen wird.

Auch Andreas Gundlach zeigt, dass er auch ohne Anna einiges drauf hat, indem er während dem Klavierspielen jongliert und einen Zauberwürfel löst oder aber auch weiter spielt, während Anna um und auf ihm tanzt.

Die eineinhalb Stunden Programm sind viel zu schnell vorbei, die Stimmung im Publikum ausgelassen und fröhlich und es bedankt sich mit Standing Ovations.

Text und Fotos: Barbara Staudenmaier