Eis Eis Baby – Ein Sommermusical der Comödie Dresden

Das Sommermuscial Eis Eis Baby in der Comödie Dresden verspricht einen gute Laune Abend mit musikalischen Einlagen aus den 90ern zum Mitsingen. Autorin Meike Krauß war vor Ort und hat sich das Stück für euch angesehen.

Drei Weisheiten habe ich aus dem Stück mitgenommen:
Bei einer Cola Rum Diät kann man in wenigen Stunden ganze Tage verlieren.
Wenn man betrunken Flirtet nimmt man Sachen mit nach Hause, die man eigenlich gar nicht wollte.
Zu viel Sangria sorgt für einen spanischen Akzent.
Alles Sprüche von der deutschen Partytouristin Lucy (Anne Römeth) , die auf Ibiza ihren Rausch ausschläft. Dabei trifft sie auf Jessica (Nina Bülles) aus Bautzen. Sie erfüllt sich gerade ihren großen Traum mit einer eigenen Eisdiele. Die Story ist sehr schnell erzählt und ich glaube ich spoiler nicht zu viel wenn ich euch erzähle: Ja, am Ende klappt es mit der Eisdiele. Aber nicht ohne ein paar Komplikationen. Dafür sorgt Mr. Wehn (Ramón Hopmann), der anstelle von Jessicas liebevollen Neukreationen lieber sein „Crazy Dick“ Eis verkaufen möchte.

Foto: Robert Jentzsch | www.rjphoto.de

Eis am Stil kämpft gegen Limette + Chilli Kombis. Doch nicht nur im Eisparadies gibt es Probleme, sondern auch die Technik spielt nicht ganz mit. Das Mikrofon hat einige Aussetzer und die Hintergrundmusik harmoniert nicht immer perfekt mit den Live Gesang der Schauspieler*innen. Der Veranstaltungsort ist eben doch keine perfekt ausgestattete Theaterbühne. Dafür bietet die Kulisse im Innenhof des Hotel Elbflorenz eine einzigartige Atmosphäre. Der ganze Platz wurde ausgenutzt. Die Schauspielerinnen bewegten sich auch im Wasser und in den Zuschauerreihen. Die Ausstattung von Marlis Knoblauch hat mit Luftmatratzen und Girlanden eine sommerliche Stimmung gemacht.

Foto: Robert Jentzsch | www.rjphoto.de

Doch die Auszeichnung „tolles Musical“ bekommt diese Stück leider nicht. Das Ensemble aus nur vie Personen bekommt keine Tiefe, die Stimmen sind zu dünn. Lediglich Ramón Hopmann sticht hier heraus und zeigt eine tolle Bassstimme. Die Choreographien wirken albern, weil sie nur von zwei bis drei Personen getanzt werden. Hier hätte ich eher inhaltlich gearbeitet anstatt Boy/Girl Band Choreografien nachzutanzen. Gelungen ist das aber bei der ersten Begegnung von Jessica, Lucy und Joe, einem Würstchenverkäufer auf Ibiza. Beim Streit kommen Breakdance Einlagen und das Klettern über die Ausstattung gut zur Geltung. Auch die Songs „Ich wär so gern so blöd wie du“ und „Mr. Wichtig“ von Tic Tac Toe haben hier richtig gut in die Story gepasst. Das war nicht bei jedem Song so. Einige wirkten einfach aufgesetzt, weil doch jetzt mal wieder ein Song kommen müsste.

Foto: Robert Jentzsch | www.rjphoto.de

Schauspielerisch hat Anne Römeth eine tolle Leistung gezeigt, die lebensfrohe Partytouristin hat sich durch das ganze Stück gezogen und ist nie aus der Reihe gefallen. Die Entwicklung von Joe hat sich für mich zu schnell vom Macho zum verliebten Mann gewandelt. Aber er hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, als einige Damen im Publikum kreischend seinen Körper kommentierten. Gesanglich wirkte er vor allem in seinem Solo Song gut. Die Figur Mr. Wehn ist vor allem durch seine Tollpatschigkeit aufgefallen, die war manchmal aber doch zu lange ausgespielt, z.B. als er sich in seine Tasche verheddert hat.


Trotzdem bot das Stück viele Lacher mit Bezug auf die 90er. Ach ja damals, als SMS nicht länger als 160 Zeichen sein konnten und das Internet sich noch nicht durchgesetzt hatte. Daher das Fazit: als leichte Gute – Laune Unterhaltung top! Als Musical eher ein Flop.
So richtige Musical Stimmung kam bei mir nämlich erst auf als das Stück schon vorbei war und das Ensemble noch einmal auf die Bühne kam, um eine bunte Mischung aus 90er Songs zum Besten zu geben. Hier möchte ich auch noch die Kostüme von Susanne Weigelt, Sirid Schafranka und Valeria Krieghoff loben, die waren wirklich großartig. Mit Schlaghosen, Crop Tops und Bauchtaschen war wirklich jeder Modetrend auf der Bühne zu finden.

Das Muscial Eis Eis Baby läuft noch bis zum 19. August in der Comöde Dresden.

Text: Meike Krauß

Fotos: Robert Jentzsch (Pressefotos Comödie Dresden)