Theaterprojekt „Glaube Liebe Zukunft“ – Prometheus im Festspielhaus Hellerau

  Am 27. Januar feierte das mobile Theaterprojekt „Glaube Liebe Zukunft“ – Prometheus seine Uraufführung in HELLERAU, anschließend wird es sachsenweit auf Tour gehen.

Ein Video an einer Leinwand. Kurze Ausschnitte und Aufnahmen der Darsteller sind zu sehen, dazu weitere zusammenhangslose Szenen: Eine Hand, die Klavier spielt, ein See.
Schlicht, ganz in schwarz gekleidet treten die 20 Jugendlichen – SchülerInnen des St. Benno Gymnasiums und des Berufsbildungszentrum aus Deutschland, Afghanistan, Somalia und Syrien – auf die Bühne. Was dann folgt, ist eine Aufarbeitung der Prometheus-Geschichte, eine Mischung aus Tanz, Gesang, Film, Schauspiel und Performance.

Es ist ein ständiges Aufteilen und Zusammenfließen der verschiedenen Kulturen.
Die eigenen Erfahrungen und Geschichten der Jugendlichen sind gut in Szene gesetzt: gefilmte Episoden auf einer Leinwand, in denen man die Jugendlichen in verschiedenen Alltagssituationen sieht: in der Straßenbahn, im Supermarkt oder an der Haltestelle. Dazu ein Schüler, der die Gedanken, Gefühle oder die Geschichte der gefilmten Person erzählt. Unterbrochen wird dies immer wieder durch Gesang in einer fremden Sprache, der eher an Rap erinnert, aber auch einmal mit einem deutschen Volkslied als Refrain kombiniert wird. Und wie im Nachhinein zu erfahren ist, geht es in diesen Liedern hauptsächlich um Frieden, Liebe und um die Gesellschaft.
Die Gespräche der Darsteller über das Leben und die Taten Prometheus schlängeln sich wie ein roter Faden zwischen den anderen Szenen durch die gesamte Performance.
Letztlich geht es stets um die Frage der Richtigkeit des eigenen Handelns, eingebettet in Erzählungen der geflüchteten Jugendlichen, die sich mit Mut, Freiheit und Gerechtigkeit beschäftigen und mitunter heiter, zumeist aber sehr nachdenklich stimmten.
Am Schluss stellen sich die Jugendliche jeder in einer anderen raumgreifenden Pose auf. Einer fängt an zu singen, ein Lied über den Frieden. Die Szene wird gefilmt und groß auf die Leinwand projiziert. Und man fühlt sich den Darstellern plötzlich sehr nahe. Sie verharren in ihrem Standbild, bis das Licht angeht.

Applaus!

 

Ein Artikel von Leah Strobel

Fotos: Ulrike Christof