Kurzkritik: Quasar Saxophon Quartet in HELLERAU

Am Donnerstag den 21.6.18 spielte die Gruppe wieder einmal ihr atemberaubendes Programm im Festspielhaus Hellerau.

Das Quartett hat sich der Experimentellen Musik zugewandt und in ihren Stücken zeigen sie, wie viel man mit dem Saxophonen und dem Computer heutzutage machen kann. In ihren Vorstellungen wird sehr viel mit der Akustik im Raum experimentiert, das heißt, dass der Ton aus sehr vielen Winkeln eines Raumes kommt und so eine bestimmte Stimmung erzeugt werden kann und wird. Dazu wird noch mit Bildern gearbeitet, die diese Wirkung noch mal verstärken sollen. Trotz der Technik wird auch mit den Instrumenten gespielt. Dabei ist das Saxophon das einzige Instrument, was dies leisten kann, aber gleichzeitig auch sehr schön in die Musik einfließt und sie leitet. Durch die Gruppe kommen auch immer wieder neue Ideen zustande, wie man noch weiter mit der Musik experimentieren kann. Das Anliegen der Gruppe ist es, die zeitgenössische Musik zu fördern.

Die Bühne wurde für das Stück sehr aufwendig aufgebaut, mit vielen Lautsprechern und viel Licht um die Musik gut in Szene zu setzen. Die Musik hat mir gut gefallen, weil sie auch mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen gearbeitet habe. Manchmal wurde mir die Musik aber zu experimentell.

 

Ein Artikel von Erik Luckner

SPH Bandcontest Vorrunde Dresden Teil II 2018 Ein bunt gemischter Konzertabend im Bärenzwinger

Der zweite Teil der diesjährigen Vorrunde vom SPH Bandcontest fand am 20.04. statt. Erneut war der Bärenzwinger Gastgeber für den Contest. Wie immer setzt sich die Bewertung aus 50% Publikumsstimmen und 50% Jury-Wertung zusammen. Bei der Vorrunde traten sieben Bands an, um sich einen Platz im Stadtfinale zu sichern. Beim Stadtfinale treten dann die jeweils ersten Plätze vom ersten und zweiten Teil an. Dazu kommen noch die beiden Wildcard Kandidaten.

III is a crowd aus Leipzig eröffneten die Veranstaltung mit einer Mischung aus Rock und Funk. Dabei konnten sie trotz guter Stimmung leider nur 10,23% der Stimmen ergattern und belegten somit Platz sechs.

Der zweite Act an diesem Abend waren Luscinia. Die Dresdner konnten mit ihrem Symphonic Metal 13,14% der Stimmen erlangen. Ihre Musik erinnert an Metalgrößen wie Nightwish und Evanescence lässt aber auch eigene Einflüsse deutlich erkennen. Der Raum war gut gefüllt und die Mischung aus melodischen und schroffen Gitarrensounds lud zum tanzen ein. Sie ergatterten die begehrte Wildcard der Jury.

Morpheus bedienten auch eher die harten Saiten ihrer Gitarren und überzeugten mit zackigen Metalsounds im Post Hardcore Stil. Die vier Dresdner konnten das Publikum gut zum „tanzen“ annimieren es entstand sogar ein kleiner Moshpit. so ausgelassen wie die Stimmung viel auch das Votingergebnis aus. Mit 17,72% belegten Morpheus den zweiten Platz an diesem Abend.

Etwas ruhiger wurde es mit der nächsten Band: Stereo Pilot aus Löbau. Die Popband aus der Oberlausitz konnte mit ihrem Auftritt die meisten Leute begeistern und ging somit mit 20,43% als Sieger aus dem Abend hervor. Die Sechsköpfige Gruppe ging aus einem Studioprojekt hervor. Ihr Musik wird durch eingängige Melodien und tanzbare Rhytmen bestimmt.

Wer wegen der fortgeschrittenen Stunde, etwas müde war, wurde von der nächsten Band gewaltsam aus dem Traumland gerissen. Garbage Company überzeugten bei ihrem Auftritt mit brachialen Punkrocksounds und einem charismatischen Frontmann. Das war Punk wie man es sich vorstellt: laut, schrill und rockig. Das begeisterte Publikum votete die Radebeuler mit 16,21% auf Platz drei des Contests.

Brüder zur Sonne luden dann etwas zum entspannen bei elektrischer Tanzmusik ein. Sie selbst beschreiben ihre Musik als „Moderne Popmusik für Optimisten“ Das Duo konnte trotz der späten Stunde noch einige Leute bei gedämpftem Licht zum Tanzen bewegen. Am Ende reichten ihre 11,44% nur für Platz fünf.

Den Abschluss des Abends bildeten Rap ausm Zwinger. Sie bekamen 10,83% der Stimmen und erreichten somit Platz sechs. Musikalisch sind die beiden im Hip Hop angesietelten und Rappen deutsche Texte auf rhytmische Beats.

Die Gewinner der Vorrunde treten dann am 13.07.2018 zum Stadtfinale im Bärenzwinger an.

Platz 1 Stereo Pilot

Platz 2 Morpheus

Platz 3 Garbage Company

Wildcard Gewinner Luscinia

 

Text und Fotos von Matthias Eder

DGTL FMNS Festival in Hellerau – Was sollte das eigentlich?

Das Festival DGTL FMNS fand im März im Europäischen Zentrum der Künste statt. Unsere Autorin ist ein bisschen ratlos vom Festival zurückgekommen. Was sollte dieses Festival? Ist das jetzt Kunst? Wo ist der Feminismus? Das Festival wollte den Fragen von Digitalität und Nähe nachgehen. Bei uns sind mehr Fragen aufgetaucht. Im Video habt ihr Einblicke in das Festival und ein exklusives Gespräch mit Ulla Heinrich. Die Kuratorin des Festivals gibt im Video ein paar Antworten.

Produktion: Meike Krauß

Fotos im Video: Claudia Dumke

#Prelook DGTL FMNS Festival

Letzte Woche waren wir auf dem DGTL FMNS Festival in Hellerau unterwegs. Leider konnten wir den Beitrag noch nicht fertig stellen. Aber damit ihr nicht zu lange warte müsst gibt es hier schon mal einen kleinen Einblick

Produktion: Meike Krauß

Kulturgeflüster kuratiert – Unsere Highlights im April

Unsere Tipps im April zum Nachklicken:

5. April Premiere „Betreutes Denken“ in der Herkuleskeule

7.April Lange Nacht der Theater

13.April Radiophon im Bärenzwinger

14.April Die Skeptiker mit Strg Z und Kaltfront in der Scheune

15. April Monsters of Liedermaching in der Groovestation

24.April Treffen von Young Critics für das Tanz und Performance Festival Me Myself and I

28.April Premiere Forza del destino in der Semperoper

Wie ein rasender Zug – Coogans Bluff in der Groovestation.

Am 01.03.2018 erlaubten sich Coogans Bluff einen Zwischenstopp in Dresden. Die aktuelle Tour, die mit dem unspektakulären Namen „Coogans Bluff live“ posiert hat kein neues Album zum Anlass, sondern kombiniert einfach das Beste aus 15 Jahren Musikkarriere.

Mit Flying to the stars wurde der Abend eröffnet. Ein abwechslungsreiches Stück, bei dem sich ein energisches Riff voller Drive und hektischen Akzenten, mit einem langsamen Refrain abwechselt, der an Swingballaden der 30er Jahre erinnert. Direkt im Anschluss folgte das jazzige Hooray!, beides Stücke vom letzten Album Flying to the stars.

Bereits zum Einstieg fährt Coogans Bluff die schweren Geschütze vor. Kaum das der erste Takt erklungen ist, wird man bereits mitgerissen vom Strudel der Musik. Die Bühne wird zum sphärischen Klangteppich, der von der Lichtanlage abwechselnd in Rot und Schwarz getaucht wird.

In diesem schummrigen Licht, das wie 80er Jahre Kitsch anmutet, verschwimmen die Konturen der einzelnen Musiker. Was bleibt, ist eine undefinierbare Masse, die treibt und zerrt, wie ein wilder Zug, der durch die Nacht rast.

Das treibende Element dabei sind jedoch nicht die Saiteninstrumente, wie üblicherweise bei Rock.

Willi Paschen und Clemens Marasus an Bass und Gitarre halten sich konstant zurück und ermöglichen so einen homogenen Gesamtsound. Auch Max Thum und Stefan Meiking an den Bläsern verzichten vollkommen auf Soli und beschränken sich darauf mit meist langgezogenen Tönen den Klangteppich zu erweitern, oder als Backingvocals zu fungieren.

Die prägnante Endnote bei Coogans Bluff ist Schlagzeuger Charlie Paschen. Mal eher minimalistisch, mal von Wirbeln durchzogen doch immer betont und durchdringend.

Geradezu unter körperlichen Schmerzen prügelt er auf sein Instrument ein. Jeder Schlag gleicht einer Peitsche, deren Knall durch den Raum strömt. Paschens Rhythmen treiben wie eine Horde englischer Doggen auf der Hatz.

Dabei besteht seine größte Leistung darin klassische Rock Patterns über jedes Riff zu spielen, egal ob Rock, Funk oder Jazz. Paschen nimmt den Groove seiner Mitmusiker und bereichert ihn um die Härte des Classic-Rock.

Und auf diesem „harten Groove“ trug Coogans Bluff das Publikum durch die Nacht. Kaum Ansagen praktisch keine Pausen. Wie bei harter Maloche wurde ein Lied nach dem anderen abgeliefert.

Hooray !, Beefheart, Back to the one, No need to hurry up … die Tour läuft zwar unter keinem besonderen Slogan, hört sich aber wie eine Best of Tour an. Dem Streamingdienst-affinen Zuhörer wird dabei aufgefallen sein, dass die Setlist fast identisch mit der Spotifylist der meistgehörten Songs der Band ist. Eine Entwicklung, die in Zeiten der Digitalisierung eigentlich niemanden überraschen dürfte und sich doch etwas seltsam anfühlt.

Trotz erstaunlich mäßigem Applaus am Ende des Konzerts ließ es sich die Band nicht nehmen für eine Zugabe zurück auf die Bühne zu kommen.

Selbst 30 Minuten nach dem offiziellen letzten Song standen die Musiker noch voller Elan auf der Bühne und ließen die Boxen der Verstärker Brüllen um sich dann schlussendlich unter ausreichend Beifall von der Bühne zu verabschieden.

Text und Fotos: Robert Sittner